Entsorgungshinweispflicht Trennhinweise

Die politische Forderung:

Entsorgungshinweise werden derzeit auf freiwilliger Basis seitens vorbildlicher Hersteller, bzw. Erstinverkehrbringer, integriert und helfen Verbraucher:innen dabei, die Verpackung oder das Altgerät korrekt zu entsorgen. Einen Schritt weiter geht bereits Frankreich mit einem Reparaturlabel für elektronische Geräte.

Für eine sofortige Verbesserung der Recyclingquote sollte mindestens JEDE Lebensmittelverpackung mit eindeutigen Trennhinweisen versehen werden!

Und genau das ist unsere Forderung, denn Verpackungstrennhinweise können sofort und ohne große Investitionen aufgedruckt werden und umweltbewussten Verbraucher:innen beim korrekten Trennen und Entsorgen helfen!

Im Idealfall besitzt jede Verpackung und jedes Produkt einmal solche Wertstofftrennhinweise. Es sollten regionale Standards gelten. Wer zum Beispiel eine Zahnbürste in die Gelbe Tonne wirft, hat nachgedacht, sich aber ggf. falsch entschieden. Denn die Gelbe Tonne oder der Gelbe Sack sind in manchen Bundesländern ausschließlich für Verpackungsmüll bestimmt, nicht für Plastikmüll aller Art. So darf eine übliche Zahnbürste beispielsweise in Leipzig in die Gelbe Tonne, in Bayreuth muss sie jedoch in die Restmülltonne. Was sich hier von Stadt zu Stadt unterscheidet, verschärft sich europaweit noch mehr! Ein weiterführendes Problem sind zudem meist ausschließlich für Restabfälle bestimmte Mülleimer im öffentlichen Raum.

aktuelle Probleme beim Sortieren

Nicht getrennte Bestandteile

Wird der Alu-Deckel nicht vollständig vom Becher gezogen, kann die Sortieranlage nicht eindeutig zuordnen, da sie sortenreine Teile braucht. Oftmals kann nur ein Material daraus gewonnen werden.

Schwarzes Plastik nicht recyclebar

Schwarzes Material wird von den Sortieranlagen mit der Nahfeld-Infrarot-Technologie leider nicht erkannt und kommt daher meist in den Ofen.

Nicht recycelbare Bestandteile

Scheinbar sortenreine Materialien bestehen aus mehreren mikroskopisch dünnen Lagen, die nicht voneinander zu trennen sind, z.B. die Folie einer Käse- oder Wurstverpackung.

Verbundverpackungen

Verbraucher:innen können Verbundstofffe nicht voneinander trennen. Zudem können Verbundverpackungen oft nicht von Pappe/Papier unterschieden werden und landen fälschlicherweise in der blauen Tonne.

Nicht ineinanderstecken

Wenn Verpackungen ineinandergesteckt oder gestopft werden, können sie von den Sortieranlagen nicht mehr richtig erfasst werden.

Nicht lizensierte Verpackungen

Für Verbraucher:innen nicht zu erkennen: Handelt es sich um eine lizensierte Verpackung oder nicht? Beispiel Kaffeekapseln: Manche Anbieter haben sie für die Gelbe Tonne lizenzieren lassen, andere wiederum nicht.

Regional unterschiedliche Sortiervorgaben

Vorgaben zur Sortierung können regional unterschiedlich ausfallen. Informationen lassen sich jeweils bei der lokalen Kommune finden.

Abgabe der Verantwortung

Die Verantwortung bei der Mülltrennung wird generell oft auf die Verbraucher:innen geschoben. Aber ohne klare Entsorgungshinweise sind viele Fehlwürfe vorprogrammiert! Doch das ist, um ehrlich zu sein, auch nur ein Teilproblem: Bei der gewerblichen Abfallentsorgung gibt es deutlich größere Defizite in Sachen Mülltrennung und darauf haben Konsumierende keinen Einfluss.
Unternehmen müssen generell viel mehr Verantwortung übernehmen! Beginnend bei den verpflichtenden Hinweisen auf Verpackungen, über die generelle Recyclingfähigkeit von Endprodukten, bis hin zur korrekten Mülltrennung im Handel und generell bei allen gewerblichen Kunststoffabfällen! Effizientere Hebel müssen auf politischer Ebene vorgegeben werden!
Entsorgungshinweise auf Verpackungen wie auch ein Plastiktütenverbot stellen das Grundproblem für alle visuell und einfach dar. Die Endverbraucher:innen können aber nur einen kleinen Teil mit einer korrekten Mülltrennung verbessern. Darum fordern wir öffentlichen Druck und den Gesetzgeber dazu auf, endlich bei den großen Hebeln anzusetzen! Viele Gesetze werden auf europäischer Ebene geregelt und viele Recyclinganlagen sind unterschiedlich aber die Gemeinsamkeit bleibt, Plastik kann nur sortenrein recycelt werden.